Referate am Zuweisertag
Referat 1
«Psychische Störungen rund um die Geburt»
Der Übergang zur Elternschaft ist eine tiefgreifende Lebensphase – und zugleich ein sensibles Zeitfenster für psychische Belastungen. Dr. phil. Angela Häne gibt einen praxisnahen Überblick über psychische Störungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Im Fokus stehen postpartale Depressionen, peripartale Angst‑ und Zwangsstörungen sowie traumatisch erlebte Geburten. Vermittelt werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und zentrale Therapiebausteine für die psychiatrisch‑psychotherapeutische Versorgung im Übergang zur Elternschaft.
Dr. phil. Angela Häne
Eidg. anerkannte Psychotherapeutin und Supervisorin für kognitive Verhaltenstherapie FSP Zürich
Referat 2
«Wechseljahre und die Psyche»
Die Wechseljahre sind nicht nur ein rein biologischer Übergang, der das Ende der reproduktiven Phase durch hormonelle Umstellungen markiert. Sehr oft ist das psychische Wohlbefinden von Frauen massiv beeinflusst durch Angstzustände, depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen. Warum dies so ist und welchen Einfluss dies auf die gesellschaftliche Rolle der Frau hat, soll in diesem Referat beleuchtet werden. Zudem wir aufgezeigt, dass eine integrierende Versorgung unterstützend ist, damit diese Phase nicht nur überstanden, sondern als Chance und Neustart verstanden werden kann.
Dr. med. Dorothea Hefti
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Referat 3
«Co-Abhängigkeit»
Co-Abhängigkeit – der Volksmund spricht vom «Helfer-Syndrom», einige Therapeuten auch von der «Sucht, gebraucht zu werden» – ist ein zu wenig beachtetes und weit verbreitetes Phänomen, besonders bei Frauen. Dieser Vortrag widmet sich der Symptomatik, den Hintergründen, den möglichen Auswirkungen und der Heilung dieser leidvollen Problematik.
Dr. med. Kathrin Hubatsch
Oberärztin stationär Klinik SGM
Referat 4
«Jenseits von Guidelines – was hat Gesundheit und Krankheit mit unserer Haltung zu tun?»
Die Autorin und Referentin Esther Pauchard, als Fachärztin seit 25 Jahren im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie tätig, stellt sich in ihrem Referat Fragen zu den Grundüberzeugungen der modernen Medizin, die über Goldstandards und Guidelines hinausgehen. Was bedeutet Gesundheit – und was nicht? Wann sind Diagnosen Segen, wann Fluch? Was ist überhaupt machbar, wo stossen wir an Grenzen? Wie können wir als ÄrztInnen die Selbstverantwortung unserer Patienten fördern, und was hat deren Haltung mit der unseren zu tun? Und welche Rolle spielen wir bei der Gestaltung des Gesundheitswesens der Zukunft?
Dr. med. Esther Pauchard
Autorin und Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie